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Martin Zenck, Tim Becker, Raphael Woebs (Hg.):

Signatur und Phantastik in den schönen Künsten und in den Kulturwissenschaften der frühen Neuzeit


Wilhelm Fink Verlag, München 2008

316 Seiten

ISBN: 978-3-7705-4308-3




     

Mit Beiträgen von Hans-Thies Lehmann, Klaus-Peter Köpping, Dieter Mersch, Günther Heeg, Elisabeth Oy-Marra, Roland Kanz, Martin Zenck, Petra Maria Meyer, Anna Scherbaum, Gerhard Weinzierl, Tim Becker und Raphael Woebs.

Dieses Buch thematisiert das Spannungsverhältnis zwischen den Signaturen als göttliche Einschreibungen in die Dinge einer vollkommenen Natur auf der einen Seite und der künstlerischen Phantasie auf der anderen Seite, welche sich von einem Konzept der Naturnachahmung zu befreien sucht.

Autorinnen und Autoren verschiedener Disziplinen der Kulturwissenschaften behandeln zentrale ästhetische Kategorien der frühen Neuzeit sowie des Barock und diskutieren diese vor dem Hintergrund aktueller Forschung in den Musik-, Theater- und Medienwissenschaften, der Kunstgeschichte, der Ethnologie sowie der Philosophie.

This book broaches on the one hand the subject of the tense relationship between the signatures as a divine inscription on objects of an ideal nature and on the other hand of artistic fantasy, which tries to free itself from a concept of imitation of nature.
Authors of different disciplines of cultural studies examine central aesthetic categories of the early modern period as well as of the baroque era and discuss them against the background of current research in musicology, dramatics, media studies, art history, ethnology and philosophy.
        
 
Inhalt:

Vorwort

MARTIN ZENCK
Einleitung

MARTIN ZENCK
Struktur und Phantastik in den Signaturen der frühen Neuzeit

DIETER MERSCH
Die Sprache der Dinge. Semiotik der Signatur bei Paracelsus und Jakob Böhme

PETRA MARIA MEYER
Signaturen im Modus des Traumes. Zu diskursiven Inszenierungsbedingungen des Traumes in Dramentexten von Calderón de la Barca und Andreas Gryphius sowie in einem Film von Paul Verhoeven

ELISABETH OY-MARRA
Mimesis und „phantasia“: Arcimboldo und die Beurteilung der Imaginatio in der italienischen Kunstliteratur des 16. Jahrhunderts

ANNA SCHERBAUM
„Was malt es nicht alles, was man nicht malen kann“. Phantastik und Traum in der Graphik Albrecht Dürers

ROLAND KANZ
Groteske Phantastik und künstlerischer Eigensinn im Manierismus

KLAUS-PETER KÖPPING
Signaturen der Blindheit: Der „Augenzeuge“ und der „Nackte Wilde“ von Montaigne zur Ethnologie

GÜNTHER HEEG
Die Macht des Theaterzaubers. Der Mythos der Alcina

HANS-THIES LEHMANN
Der Schrecken des Monströsen. Anmerkungen zum récit de Théramène (Jean Racine, Phèdre, Akt 5, Szene 6)

TIM BECKER / RAPHAELWOEBS
Die Amplificatio der Phantastik durch die Explanatio der Signatur. Zur transepochalen Präsenz von Michael Praetorius und Leonardo da Vinci bei Helmut Lachenmann

GERHARD WEINZIERL
L’effetto in der musica sacra – ein Widerspruch? Zum Motettenschaffen von Stefano Felis, einem Komponisten im Umfeld von Carlo Gesualdo di Venosa

MARTIN ZENCK
Struktur und effetto in Gesualdos Madrigal „Moro lasso“. Perspektiven einer trans-epochalen Hermeneutik